Das tägliche Brot eines fotografen ist hart verdient, natürlich träumen viele Amateure von der tollen Fotokarriere und davon lauter Supermodels zu knippsen, aber, auch wenn die Supermodels mal vor der Türe Schlange stehen, aller anfang ist klein. Glücklicherweise ging es mir nicht ums Geld (ich hab den Auftrag gratis angenommen), sondern um die Erfahrung wie man mit Kindern aufregende, spannende und vor allem unkonventionelle Gruppenfotos macht. Zu diesem Auftrag kam ich, nachdem ich für eine Kindergärtnerin bereits ein (meiner meinung nach sehr Gelungenes) Portrait fotografiert habe. Die Zielsetzung war kla: Ein unkonventionelles, lebendiges Gruppenfoto.
Das Problem war nicht, dass kein Fotograf bereit war im Kindergarten zu fotografieren, die Fotos einer anderen Fotografin (die übrigens von mir bereits ganz gute Fotos machte) gefielen dem Kindergarten einfach nicht genug um die Fotos auf einem Plakat zu verwenden. Der Grund war eine Charity Veranstaltung zu Gunsten den Kinderartens, wofür ein Foto gebraucht wurde. Das Gruppenfoto sah aber tatsächlich wenig einladend für diesen zweck aus. Daher das neue Foto.
Meine erste Idee war eine Sonne mit Kindern, die Kopf an Kopf im Kreis liegen, auf einem weißen Stoff, damit der grässliche turnsaalboden nicht sichtbar wurde. Außerdem wollte ich eine Vorstellung machen, quasi die Spielzeuge der Kinder aufstellen und die Kinder darauf positionieren. Die Idee hatte ich aus einem GEO das bestimmt bereits 15 Jahre alt ist, damals räumten BewohnerInnen von Häuserin in Verschiedenen Ländern das gesamte Haus aus und präsentieren sich im Freien, großflächig abgelichtet. Eine Klasse Idee, die ich im Kindergarten wiederholen wollte. Allgemein gefällt mir die Idee sehr, den Kindern die Möglichkeit zu geben, sich mitsamt ihrer Welt, den Spielzeugen und Co, zu präsentieren.Dazu wollte ich einen ungewöhnlichen blickwinkel einbauen. Oft wird gesagt: Fotografiere Kinder auf Augenhöhe. Ein Guter Ratschlag. Doch ich bin der Meinung, die Wahre Kindlichkeit kommt auf einem Foto am besten rüer, das von einem höheren Standpunkt aufgenommen wird, hier von einer Leiter auf ca. 3-4 Metern Höhe (incl meiner Körpergröße)
Aber weider zurück zum eigentlichen Shooting. Es offenbarten sich ein Paar Probleme.
Lichtleistung. Ich besitze genau ein eiziges blitzgerät, ein Speedlite 430EX, mit einer Leitzahl von ca. 36 (ISO 100/35mm), also viel zu wenig um mit einer sinnvollen ISO Einstellung (100-400 bei der Canon EOS 450D) einen so großen Ort zu erhellen. Noch dazu, sollte das Licht weich sein, und weiches Licht verliert immer an Leistung. Dazu kommt noch die weite Streuung des Lichtes, und die große Streuen + Diffusion schlucken viel Licht, zu viel Licht für mein Equipment. Klar hätte ich Blende 2,8 nehmen können, dann wäre mir aber wohl zu viel vom Leuchtstoffröhrenlicht ins Bild ausgeblutet, zum anderen besitze ich keine derart lichtstarke Optik (aus Geldmangel)
Weiches Licht. Ich besitze keine nenenswerten Lichtdifusoren, bestelt war zu der Zeit ein Durchlichtschirm, der aber nie rechtzeitig ankommen würde. Wie ich den sonst immer verwendeten Faltdiffusor vor dem Blitz befestigen sollte, war mir leider auch ein Rätsel.
Zum Glück konnte ich beide Probleme einigermaßen lösen. EInerseits borte ich mir von einem Bekannten Fotografen eine Studioblitzanlage aus. Die zwar betagte aber immernoch gut funktionierende Broncolor Impact war Für diesen Aufgabenbereich klasse geeignet. Damit hatte ich genug Leistung. Die Diffusion übernahm allerdings ein nicht ganz so gut geeigneter Silber-Reflexschirm. Das sollte sich noch rächen.Was sich außerdem auch noch rächen sollte, war, dass der belichtungsmesser just am Tag vor dem großen Shooting den Geist aufgab. Endgültig. Dadurch konnte ich die Auswirkungen des Blitzlichtes nur schätzen.
Ein weiteres Problem stellte die Decke dar, in der benötigten größe war nur das total bunte Schwungtuch verfügbar, dieses lenkt leider von den Kindern sehr stark ab.
Also, der Tag des Shootings war aufgebrochen. Als Blitze hatte ich dabei den Broncolor Impact und meinen 430EX mit Diffusoraufsatz. Auf der folgenden Grafik könnt ihr den Blitzaufbau sehen.

Der große Blitz war, die Kamera auf 12 Uhr, ca. auf 11 Uhr, der Kompaktblitz auf 2 Uhr gestellt. Betrieben wurder erster mit voller Listung, der Diffusoraufsatz sollte dem Blitzlicht etwas Härte nehmen und beim auslösen des Studioblitzes helfen. Der Studioblitz wurde mit dem optischen Slave Sensor ausgelöst, das Signal bekam er vom Systemblitz, der manuell auf volle Leistung gestellt wurde, und mit dem Yongnuo Flashtrigger RF-602 Set ausgelöst wurde.
Hier könnt ihr die beiden besten Fotos aus der Serie begutachten, dabei habe ich folgendes gelernt.
Traue niemals einem Display. Die Lichter waren am Computer viel heller, die Schatten um einiges dunkler. Außerdem war leider die Sättigung zu hoch eingestellt.
Fotografiere wirklich niemals in JPEG! Ehrlich. Niemals! Die Lichter hätte ich noch viel schöner retten können, hätte ich in RAW fotografiert.



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